Kapazität

Warum die Kapazität eines Akkus nur wenig über die Leistung aussagt – und was dabei viel wichtiger ist!

In diesem Beitrag widme ich mich dem Thema Akkuleistung im Vergleich zur Akkukapazität. 

Er ist mit der Lunge des Menschen zu vergleichen. Pumpt diese keinen Sauerstoff mehr in den Körper, hört unser Herz auf zu schlagen. Ähnlich verhält es sich beim Smartphone: Ist keine Energie mehr, vorhanden geht ebenfalls nichts mehr. Ja – gemeint ist der Akku.
Der Akku ist eine der wichtigsten Komponenten im Smartphone, dementsprechend wichtig ist auch die entsprechende Angabe auf jedem Datenblatt. Gerade Nutzer, die weniger Smartphone-affin sind, verlassen sich beim Smartphone-Kauf meist auf den Milliamperstunden-Wert, der bei jedem Smartphone angegeben wird. Milliamperstunden – kurz mAh – ist die Maßeinheit, in der die Kapazität von Akkus gemessen wird. Aber dazu an anderer Stelle mehr, das würde jetzt den Rahmen sprengen.

Nur auf die mAh-Angabe zu achten ist allerdings ein großer Fehler, schließlich geht es den Nutzern ja schlussendlich nicht darum, mit einem hohen Wert zu protzen, sondern darum, möglichst lange mit einer Ladung auszukommen. Hier ist die Leistung des Akkus aber viel entscheidender, diese setzt sich aber aus vielen verschiedenen Facetten zusammen, auf die ich nun näher eingehen werde.

Eines vorweg: Natürlich ist die mAh-Angabe auch elementar wichtig, da eine gewisse Grundkapazität bestehen muss, damit der Akku lange hält. Er dient als guter Richtwert und kann abschätzen, ob der Akku eher im Sturm, im Mittelfeld oder in der Abwehr angesiedelt ist.

Viel wichtiger sind aber die weiteren Komponenten und die Software.
Starten wir mit den Komponenten. Hier ist es besonders wichtig, dass die verschiedenen Bauteile aufeinander abgestimmt sind. Dies trifft nicht nur beim Smarpthone zu, sondern auch (oder gerade besonders) bei Notebooks & Co. Konkret ist es von Vorteil, wenn stromsparende Komponenten verbaut sind. Mit einem stromsparenden Prozessor hält auch ein „kleiner“ Akku (gemessen am mAh-Wert) länger durch als ein „großer“ Akku mit Prozessor & Grafikkarte, die Unmengen an Strom verbrauchen.

Auch bei der Software ist ein aufeinander abgestimmtes Zusammenspiel sehr wichtig. Die Software ist schließlich für das gesamte System verantwortlich. Allgemein lässt sich sagen, dass ein gut konzipiertes Betriebssystem stromsparend arbeiten kann und so den Akku schonen kann. Ein gutes Beispiel ist iOS, denn hier schafft Apple es dank einer perfekt zugeschnittenen Software Unmengen an Akkuleistung zu sparen um somit die Akkulaufzeit trotz geringer mAh-Angaben hoch zu halten.

All diese Faktoren werden vom Hersteller vorab festgelegt und der Endnutzer hat so gut wie keine Möglichkeiten, dagegen vorzugehen. Aber auch im täglichen Gebrauch gibt es unzählige Faktoren, die die Akkulaufzeit verringern können. Im Gegenzug ist es relativ einfach, diese Faktoren so zu verändern, dass die Laufzeit gesteigert werden kann.
Los geht es mit dem Bildschirm. Man braucht kein Smartphone-Wissenschaftler sein um nachzuvollziehen, dass das Display die meisten Energie-Ressourcen verbraucht. Spätestens wenn man einen Blick in die Akku-Einstellungen wirft findet man die Bestätigung. Die logische Konsequenz ist das Herunterregeln der Helligkeit, aber auch das Hinzufügen eines schwarzen Wallpapers kann enorm helfen, diesen Tipp habe ich bereits hier (zum Beitrag) genau erklärt.
Weiterhin hängt die Akkulaufzeit stark von den genutzten Apps ab. Einige verbrauchen mehr Akku, andere weniger. Ein Beispiel für einen enormen Akkufresser ist die Facebook-App.
Auch in den Einstellungen finden sich viele Punkte, die den Akku stark beeinflussen können. Wer immer WLAN, mobile Daten, GPS, NFC, Bluetooth & Co. aktiviert hat, verbraucht deutlich mehr Akku als Nutzer, die einen Großteil dieser Konnektivitäten deaktiviert haben – dass man nicht immer alles abschalten kann ist natürlich völlig klar.

Letztendlich ist natürlich auch die Akku-Art bzw. der Akku-Typ ein entscheidender Faktor. Mittlerweile sind glücklicherweise nur noch Lithium-Ionen-Akkus (Li-Ion) verbaut, diese sind um ein Vielfaches weniger anfällig für Tiefenentladung & Co. als die alten Nickel-Cadmium und Nickel-Metallhydrid-Akkus. Ein Stichwort ist hier der „Memory-Effekt“.

Insgesamt lässt sich also sagen, dass es viele verschiedene Faktoren und Einflüsse gibt, die die Akkulaufzeit positiv und auch negativ beeinflussen können. Die Kapazitäts-Angabe in Milliamperstunden ist also ein guter Richtwert, konkret ist er aber eher nebensächlich zu betrachen. Viel wichtiger ist das Zusammenspiel der Komponenten und der Software, sowie die getroffenen Einstellungen – diese Faktoren sollten primär im Vordergrund stehen.

Was ist eure Meinung zum Thema? Lasst uns gerne darüber in den Kommentaren diskutieren. Ich freue mich auf eure Impulse!

An alle aufmerksamen Leser: Ich weiß, dass der abgebildete Akku nicht zum abgebildeten Smartphone gehört, da dort eben jener nicht wechselbar ist. Ein weiteres Thema, über das man sich stundenlang auslassen kann – naja, an anderer Stelle.
Ebenfalls steht dieser Beitrag in keiner Verbindung zu Samsung. 

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