Neffos X1 Max: Ein rundum gelungenes & überzeugendes Android-Smartphone

In diesem Test schauen wir uns das X1 Max von Neffos einmal genauer an. Viel Spaß beim Lesen!

Die Untermarke „Neffos“, die zum Routerhersteller TP-Link gehört, dürfte hierzulande noch recht unbekannt sein. Sie ist mit mittlerweile 6 Geräten seit Anfang 2016 auf dem Smartphone-Markt vertreten. Die Unbekanntheit ändert sich aber spätestens nach diesem Testbericht, denn ich kann euch versprechen, dass Neffos mit dem X1 Max ein grundsolides Mittelklasse-Smartphone auf den Markt gebracht hat, das in allen Kategorien zu überzeugen weiß. Ich gebe zu, dass ich beim Anblick des Preises, der sich auf lediglich 199€ beläuft, nicht zu hohe Erwartungen an das Smartphone gestellt habe, doch wie überrascht ich war und wie gut es wirklich ist, lest ihr jetzt.

An dieser Stelle zunächst ein großes Dankeschön an Neffos, die mir das Smartphone freundlicherweise zur Verfügung gestellt haben. 

Lieferumfang

Los geht es mit dem Lieferumfang. Das Smartphone wird in einem quadratischen, weißen Karton mit goldenen Akzenten geliefert. Die Verpackung ist insgesamt sehr schlicht gehalten, auf der Rückseite findet man jedoch schon erste technische Spezifikationen vor, auf die ich später näher eingehen werde.
Nach dem Öffnen fällt einem auf der linken Seite direkt das Smartphone in die Augen, gut geschützt durch mehrere Folien. Darunter befindet sich das übliche Etui mit Anleitungen, Garantie- & Sicherheitshinweisen, genauso wie das SIM-Eject-Tool zum Öffnen des Schlittens für nanoSIM- und microSD-Karte. Eine Ebene tiefer ist das microUSB-Ladekabel untergebracht, was in weiß mit einer Länge von einem Meter daherkommt. Rechts sind unter einer Abdeckung oben Kopfhörer und unten das Netzteil verstaut.
Das sollte es gewesen sein mit dem Lieferumfang – aber falsch gedacht: Auf der Unterseite des Deckels befindet sich unter einer Abdeckung erstaunlicherweise eine Schutzfolie, die so bei fast keinem Hersteller zum Lieferumfang gehört. Dafür schon mal an dieser Stelle einen großen Pluspunkt für das spätere Fazit.

Design & Verarbeitung

Beim ersten Anfassen des Gerätes bemerkt man gleich, dass hier besonderen Wert auf das Design & die Verarbeitung gelegt wurde. Auch wenn das Design optisch durchaus an vergleichbare Modelle verschiedener China-Hersteller erinnert, macht es einen extrem hochwertigen Eindruck.
Auf der Vorderseite sind keine physischen Tasten verbaut, stattdessen kommen drei außerhalb von Display platzierte Soft-Key-Button zum Einsatz. Auf der Oberseite sind Hörmuschel und Frontkamera platziert. Der microUSB-Anschluss findet – eingeschlossen von zwei Lautsprechern rechts und links – auf der Unterseite Platz. Auf der Oberseite ist ein Mikrofon, sowie ein regulärer Kopfhöreranschluss zu finden. Die Lautstärkewippe und der geriffelte Power-Button teilen sich die rechte Gehäuseseite, während auf der linken Seite Platz für den SIM- und Speicherkartenschlitten bleibt. Darüber ist ein Mute-Knopf verbaut, der – ähnlich wie beim iPhone – das Smartphone über einen Schieberegler stummschaltet.
Die matte, silberne und leicht abgerundete Rückseite enthält im unteren Drittel die obligatorischen Warnsymbole, die Mitte ziert der „neffos“-Schriftzug und im oberen Drittel ist eine dreigeteilte Leiste mit Kamera, LED-Blitz und Fingerabdruckscanner untergebracht. Letzterer ist bequem und einfach mit einer Hand zu erreichen und ist – Achtung Spoiler! – der beste Scanner den ich je gesehen habe, aber dazu später mehr.
Insgesamt sieht das Neffos X1 Max optisch also sehr hochwertig aus und erweckt keineswegs den Eindruck eines Gerätes, was preis-technisch im unteren Mittelklasse-Feld angesiedelt ist. Nirgends knarzt das Gerät und auch die Druckpunkte der Tasten sind exzellent gesetzt.

Fingerabdruckscanner

Ich habe es gerade schon angesprochen – der Fingerabdruckscanner ist zweifelsohne eines der Highlights im X1 Max. Er stellt alles bisher Dagewesene von Samsung, Apple & Co. im Handumdrehen in den Schatten. Und das kann ich ruhigen Gewissens sagen, schließlich hatte ich in den letzten Monaten dutzende Smartphones mit Fingerabdruckscanner in den Händen, sei es aufgrund von Testberichten oder bei Freunden. Apropos Freunde: Auch ihnen habe ich den Scanner in meiner dreiwöchigen Nutzungszeit präsentiert und sie waren ebenso verblüfft wie ich es auch heute noch bei jedem Entsperren bin.
Er reagiert nahezu ohne Verzögerung und entriegelt das Smartphone somit blitzschnell, sowohl bei ausgeschaltetem, als auch bei bereits aktiviertem Display.

Display

Das IPS-Display misst eine Diagonale von 5,5″ und löst in Full HD (1920 x 1080) auf. Es stellt alle Inhalte sehr scharf da und auch in Sachen Helligkeit, Kontraste und Blickwinkel lässt es beim herkömmlichen Nutzer keine Wünsche offen.
Geschützt wird es von Corning Gorilla Glas, allerdings wird – wie anfangs erwähnt – sogar eine Schutzfolie mitgeliefert. Diese habe ich nach dem Erstellen der Bilder angebracht und muss sagen, dass sie eine gute Qualität aufweist, jedoch nicht vom üblichen Problem günstiger Schutzfolien verschont bleibt: So wird ein nicht unerheblicher Teil an den Rändern nicht bedeckt, was auf der einen Seite in Bezug auf den Schutz einen erheblichen Mängel darstellt und auf der anderen Seite auch einfach extrem unschön aussieht. Meine Meinung: Zwar schön, dass eine Folie mitgeliefert wurde, aber anstatt ein halbherzig ausgearbeitetes Modell beizulegen hätte man es besser gleich lassen sollen.

Soft- & Hardware

Angetrieben wird das X1 Max von einem Mediatek Helio P10 64-Bit Prozessor, der mit 8 Kernen auf 4 x 2 GHz und 4 x 1,2 GHz taktet. Als Arbeitsspeicher stehen dem SoC 3 GB zur Verfügung, der interne Speicher beträgt 32 GB und kann über eine microSD-Karte um bis zu 128 GB erweitert werden.
Im Alltag lässt sich damit sehr schnell arbeitet, Multitasking stellte im Testzeitraum ebenso wenig ein Problem dar, wie das Spielen grafikaufwendiger Spiele, um die sich ARM Mali T860 als Grafikeinheit kümmert.
Ruckler suchte man vergebens und auch das schnelle Navigieren oder die Nutzung von Animationen klappte super. Für den Preis also ein sehr flottes Mittelklasse-Gerät!

Als Betriebssystem kommt Android in der Version 7.0 Nougat zum Einsatz, darüber liegt die hauseigene Benutzeroberfläche NFUI, die stark an Stock Android erinnert und somit sehr minimalistisch und übersichtlich daherkommt. Einziger nennenswerter Unterschied: Es gibt keinen App-Drawer, alle Apps werden auf mehreren Seiten des Homescreens dargestellt.

Kamera

Auch bei der Kamera muss man als Argument wieder den geringen Preis anführen. Denn dafür kann sich diese echt sehen lassen. Sie schießt gute Bilder, die gerade bei guten Lichtverhältnissen überzeugen können, auch wenn sie teilweise etwas blass erscheinen (s. Beispielbild 2). Einen Bildstabilisator sucht man hingegen vergebens und auch der Autofokus kann nicht mit den Top-Smartphones mithalten, aber Gelegenheits-Fotografen nutzen diesen vermutlich sowieso eher selten. Ansonsten ist der 13 Megapixel-Sensor durchaus in der Lage, Urlaubsschnappschüsse detailgetreu darzustellen.
Bei Videos ist der gerade angesprochene Autofokus dann schon ein größeres Problem und hier macht sich auch der fehlende Bildstabilisator ein wenig bemerkbar.
Zu den weiteren Features zählen beispielsweise HDR und eine Blende von f/2.0. Als Modi können der reguläre Modus, ein Professionell-, Panorama-, Zeitlupe-, Zeitraffer- und Verkehrsstrom-Modus verwendet werden. Im erstgenannten Modus können manuell Einstellungen, wie Belichtung, Kontrast & Co. eingestellt werden.
Die Frontkamera knipst Selfies in 5 MP und ist – ähnlich wie vergleichbare Modelle – durchaus für Snapchat, Skype und weitere Anwendungen zu gebrauchen.

Bitte bedenkt, dass die Auflösung/Qualität aufgrund des Uploads immer ein wenig geringer ist. 

Akku

Der Akku fasst 3.000 mAh, was ein solider Wert ist. Auf dem Datenblatt lassen sich damit zwar keine Bäume ausreißen, in der Praxis kommt das Smartphone aber gut und gerne auf knapp zwei Tage reguläre Nutzung, auch Power-User dürften tagsüber also auf einen mobilen Akku verzichten. Dank Fast Charging ist das Gerät schnell wieder vollständig aufgeladen, USB-C sucht man leider vergebens.

Multimedia

Der Lautsprecher liefert für ein Smartphone einen guten Sound und auch die mitgelieferten Kopfhörer sind in Ordnung. Sie stechen nicht aus der Masse hervor, für das was von ihnen erwartet sind sie aber ausreichend, vor allem wenn man bedenkt, dass Nutzer, die einen hohen Wert auf den Klang legen, sowieso externe Kopfhörer nutzen.

Fazit

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Das Smartphone auf der Neffos-Website.

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