Arbeiten im Homeoffice: Mein Erfahrungsbericht & Tipps

Heute möchte ich meine Erfahrungen des Homeoffice mit euch teilen und euch einige Tipps geben, die mir den Start erleichtert haben.

Die derzeitige Krise des Coronavirus geht sicherlich an niemandem spurlos vorbei. Neben den gesundheitlichen Folgen und den vielen Todesfällen bangen tausende Unternehmen und Einzelhändler um ihre Existenz. Ich bin glücklicherweise in der Lage, von zuhause aus arbeiten zu können. Aus diesem Grund möchte ich die Erfahrungen, die ich in den letzten vier Wochen im Homeoffice gemacht habe, mit euch teilen und euch einige, meiner Meinung nach nützliche Tipps mit auf den Weg geben.

 An dieser Stelle ein persönlicher Satz: Mir ist klar, dass viele Berufsgruppen nicht die Möglichkeit haben, von zuhause aus zu arbeiten. Gerade vor Ärzten, Krankenschwestern und Krankenpflegern, Rettungssanitätern, Apothekern, Verkäufer und Verkäuferinnen im Einzelhandel, LKW-Fahrern sowie allen anderen Berufsgruppen, die derzeit das Land am Laufen halten, ziehe ich meinen Hut. Diese Menschen haben unseren größten Respekt verdient!

Mein Homeoffice-Alltag begann Mitte März. Ich muss zugeben, dass ich bis dato keine Erfahrungen mit dem mobilen Arbeiten gemacht habe. Umso gespannter war ich, ob man tatsächlich genauso produktiv wie im Unternehmen ist und ob sich Arbeit und Privates strikt trennen lassen. In Sachen Produktivität kann ich festhalten, dass sich diese nicht verringert hat sondern eher gestiegen ist. Im Büro ist man schnell mal abgelenkt und vergisst dabei seine eigentliche Aufgabe, im Homeoffice kann das nicht passieren. Zumindest dann nicht, wenn man sich für die Arbeit bewusst zurückzieht und anderen Familienmitgliedern im Haus klar macht, dass man Ruhe braucht, da man tatsächlich arbeitet. Mit Kindern ist die Situation natürlich eine andere, sodass ich mir gut vorstellen kann, dass konzentriertes Arbeiten da nur schwer möglich ist. Die fehlende Ablenkung hat aber natürlich auch Schattenseiten. Im Büro quatscht man häufig mit vielen verschiedenen Arbeitskollegen, sowohl fachlich als auch privat, und hat somit viele sozialen Kontakte. Diese fallen im Homeoffice im Normalfall leider weg. Ich muss sagen, dass dies auch der größte Nachteil war, den ich ich anfangs feststellen konnte. Mit der Zeit konnte ich dies gut durch Telefon- und Videokonferenzen kompensieren, die dann durchaus mal ein paar Minuten länger gingen und am Ende in einer Art “Kaffeepausen”-Gespräch endeten. Apropos Telkos – das klappt bei uns im Unternehmen meines Empfindens nach extrem gut – mag eventuell aber auch daran liegen, dass wir auch abseits von Corona quer über die Republik verteilt sind und Absprachen via Telefon oder Kollaborationstool auch sonst zu unserem Arbeitsalltag zählen. Auch das Tool, mit dem wir die Telkos realisieren, läuft zum großen Teil zuverlässig. Gerade anfangs gab es zwar einige Aussetzer, aber wer kann das denn schon den Herstellern übel nehmen? Schließlich mussten diese ihre Infrastruktur auch erst anpassen, wenn von heute auf morgen nahezu die ganze Nation (in den Berufen wo es möglich ist) vom heimischen Arbeitsplatz arbeitet. Skype, Teams, GoTo, Adobe Connect und wie sie alle heißen haben diese Aufgabe aber gut gemeistert und bieten mittlerweile stabile Leitungen an. Aufmerksamen Lesern dürfte aufgefallen sein, dass Zoom in der Liste fehlt. Nunja – jedem, der das Tool hier ernsthaft vermisst, lege ich eine kurze Google-Recherche mit den Keywords “Zoom Datenschutz” ans Herz. Danach sollte sich die Frage erübrigen.

Durch die vielen angesprochenen telefonischen Absprachen ist dann auch meistens recht schnell Mittagspause, die für mich persönlich eine große Umstellung bedeutete. Ich war es aus der Firma gewöhnt, auszustempeln, den Gang in die Kantine anzutreten und mir ein Gericht auszusuchen. Das klappt im Homeoffice natürlich nicht und so habe ich relativ schnell gemerkt, dass die Mittagspause ziemlich schnell vorbei ist, wenn man zunächst kochen, dann essen und anschließend spülen möchte.

Insgesamt kann ich also sagen, dass der Wechsel auf das Homeoffice zunächst eine Umstellung war, die ich aber meiner Meinung nach recht schnell gemeistert habe. Die Produktivität hat nicht nachgelassen und auch die fehlenden sozialen Kontakte lassen sich für einen bestimmten Zeitraum gut durch die “neuen Medien” kompensieren – obgleich ich natürlich auch froh bin, meine Kolleginnen und Kollegen hoffentlich bald wieder “live und in Farbe” sehen zu können. Für die Zukunft könnte ich mir gut vorstellen, 1-2 Tage die Woche vom Homeoffice aus zu arbeiten. Und wer weiß, vielleicht treibt Corona die Digitalisierung in Deutschland ja auch ein wenig voran, sodass Homeoffice und online-Vorlesungen mehr ermöglicht werden – wie es in meinem Unternehmen schon seit Jahren der Fall ist.

Meine Tipps

  • Entwickelt einen Tagesrythmus und lasst den Tag nicht einfach so geschehen!
  • Richtet euch einen Arbeitsplatz ein, der für die Arbeit “reserviert” ist.
  • Plant Pausen und haltet diese auch – abseits vom Arbeitsplatz – ein!
  • Versucht Ablenkungen so gut es geht zu minimieren um die Konzentration zu maximieren.
  • Bleibt mit euren Kolleginnnen und Kollegen über technische Möglichkeiten in Kontakt – natürlich für berufliche Dinge, aber gerade auch für private Dinge in dieser momentanen Situation.
  • Achtet bei Telefon- und Videokonferenzen auf die gängigen Tipps (Nebengeräusche unterdrücken, Mikrofon stummschalten wenn man nicht redet, vernünftige Kleidung)
  • Geht nach der Arbeit joggen, spazieren etc. und genießt die frische Luft – ein gutes Pendant zum mehrstündigen Sitzen am Schreibtisch

Was sind eure Homeoffice-Erfahrungen? Ich freue mich auf eure Kommentare!

Hinweis: Beitragsbild ist ein Symbolbild.

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